Mann trägt Horn

Immer mehr Politiker tragen dunkle Hornbrillen!

Auch in den Reihen der deutschen Politiker ist sie spätestens in diesem Herbst angekommen – die dunkle Hornbrille. Die FTD widmet diesem Umstand einen eigenen Artikel und konstatiert Mitte Oktober „ob Bundes- oder Landesebene, Regierung oder Opposition, schwarz, rot, grün, gelb oder orange - Hornbrillen allüberall“. Guido Westerwelle, Norbert Röttgen, Frank-Walter Steinmeier sind nur einige von ihnen. In einem Erklärungsversuch stellt die FTD fest „der Griff zur Hornbrille ist aber immer auch ein solcher, der polarisiert. Verlangt sie doch in ihrer Dominanz dem Gegenüber ein Urteil ab, das Ja sei oder Nein, doch niemals gleichgültiges Schulterzucken. Die Hornbrille kennt nur Freund oder Feind (…)“.
Woher mag dies kommen?
In den 50ern war die Hornbrille all jenen vorbehalten, die in Wirtschaft und Politik Rang und Namen hatten. Bekannte Träger waren Henry Kissinger, Hanns Martin Schleyer oder auch Jürgen Wischnewski. Der schwere Rahmen galt als ein Symbol für Intelligenz, Seriosität und Strebsamkeit. Aber auch berühmte Persönlichkeiten, die mit politischen Gegebenheiten nur bedingt in Verbindung standen, trugen Horn: u.a. Buddy Holly, Nana Mouskouri oder auch Woody Allen.
In den 60ern lösten unauffälligere Fassungen das Horngestell ab, so dass dieses zum „Kassengestell“ (da sie im Gegensatz zu den neueren Metallfassungen komplett von den Krankenkassen übernommen wurden) abgestempelt wurde. Das Negativ-Image der Hornbrille gipfelte in Filmen, in denen Klassenstreber oder Außenseiter Brillen aus Horn trugen.
Im 20. Jahrhundert im Zuge diverser Retrotrends hat, gerade aufgrund des speziellen Design und der Auffälligkeit, die Hornbrille sich zu einem beliebten Mode-Objekt entwickelt. Dank diverser Künstler der Musik- und Filmindustrie erfreut sie sich größter Beliebtheit. Heute wird sie übrigens auch als Old School Brille oder Nerd Brille bezeichnet und erreicht eben auch die deutsche Politiker-Landschaft.

Quellen: FTD und Wikipedia